Der junge Lehrer Hermann Frey hat es sich gewiss nicht träumen lassen, dass seine im Jahre 1856 gegründete Sängervereinigung 150 Jahre bestehen könnte. 12 Sänger des Kirchenchors nahmen damals die Idee des Lehrers mit Begeisterung auf, Lieder weltlichen Inhalts zu erlernen, um sie bei passender Gelegenheit öffentlich zum Vortrag zu bringen.
Außer dem 1. Vorstand Simon Stein, dem späteren Bürgermeister, kennen wir auch noch die Namen der Gründer des 1. Gesangsvereins in Kronau. Es waren: Gottfried Dammert, Bernhard Fuchs, Stefan Hees, Bernhard Heilmann, Jakob Heilmann, Burkard Heinzmann, Ludwig Hillenbrand, Matthias Knebel, Thomas Ritz, Andreas Stellberger, Alois Vetter und Otto Vetter.
Die im Jahre 1858 erfolgte Versetzung des Dirigenten brachte die Gefahr des Zerfalls der jungen Gründung. Aber die Begeisterung der Freunde des Vereins und des Gesangs waren stark genug, dieses Hindernis zu überwinden. Am 9. September 1859, dem Geburtstag des Großherzogs Friedrich, hörte die Öffentlichkeit zum ersten Male die gut einstudierten Lieder des Vereins. Es fehlte nicht an begeistertem Beifall und der Vereinschronist vermerkte stolz in seinen Aufzeichnungen, dass die Gemeindeverwaltung durch gute Bewirtung den Sängern ihren Dank abgestattet habe.
Für die Entwicklung des Vereins war es ein besonderes Glück, dass er immer ausgezeichnete Dirigenten besaß, ein Vorteil dessen er sich bis auf den heutigen Tag erfreuen durfte. Schon der zweite Chormeister, Lehrer Eckenwalder, führte den Verein auf eine beachtliche Höhe. Als er 1865 von Kronau schied, konnte der Hauptlehrer Bansbach, Organist und Leiter des Kirchenchores, einen gut geschulten Chor übernehmen. Die heitere Lebensauffassung von Bansbach kam in den von ihm gewählten Liedern zum Ausdruck. Das Jahr 1873 brachte die Erfüllung eines gehegten Wunsches. Der Liederkranz beging die erste Fahnenweihe. Einer Bitte des Ortsgeistlichen entsprechend, wurde das Bild des Kirchenpatrons St. Laurentius in die Fahne aufgenommen, weil ja der Verein auch aus dem Kirchenchor hervorgegangen war.
Über zwei Jahrzehnte hinweg, von 1881 bis 1903, durfte sich die Sängerschar der musikalischen Führung eines Mannes anvertrauen, der in planmäßiger Arbeit die Voraussetzungen zu einwandfreien Leistungen schuf. Hauptlehrer Wilhelm Link konnte sich von 1888 an mit besonderer Liebe der Pflege des deutschen Liedes widmen. Aus dem kulturellen Leben der Gemeinde war der 38 Sänger starke Verein nicht mehr wegzudenken. Seine Veranstaltungen konnten sich stets eines sehr guten Besuches erfreuen, zumal mit Humor begabte Vereinsmitglieder es verstanden, eine heitere Stimmung zu schaffen.
Im friedlichen Wettstreit wird der Eifer angespornt und wachsen die Leistungen. Aus dieser Erkenntnis heraus wurden in den 90er Jahren die Sängerwettbewerbe ins Leben gerufen. Der Liederkranz hatte unbedingtes Vertrauen in sein Können und eine stattliche Anzahl hervorragender Bewertungen waren der Lohn dafür.
Bis zum Jahre 1956 beteiligte sich der Verein an 39 Gesangswettstreiten, in denen er 28 erste Preise und Ehrenpreise errang. Für die hohe Begabung seiner Chorleiter spricht die vielfache Zuerkennung der besten Tagesleistung. Im Jahre 1908 konnte der Verein vom Preissingen in Hambrücken den Großherzogspreis nach Hause bringen.
Am 21. Juni 1901 wurde die zweite Fahnenweihe abgehalten, die mit einem Gesangswettstreit verbunden wurde. 42 Vereine mit über 1500 Sängern waren nach Kronau gekommen. In heller Begeisterung jubelten die Zuhörer.
Nach 22 Jahren mustergültiger Arbeit legte Chorleiter Link, zum Ehrendirigenten ernannt, den Taktstock nieder. Ein Jahr führte dann Musiklehrer Lemke aus Bruchsal die Sängerschar.
Es war ein besonderer Glücksfall, dass es dem Liederkranz nun gelang, den unvergesslichen, musikalisch hervorragend begabten Hauptlehrer Baudendistel aus Wiesental, später in Langenbrücken, zu gewinnen. Von 1904 bis 1909 war er erfolgreich um die Ausbildung des Vereins bemüht. Als er schließlich wegen Arbeitsüberlastung einen Stellvertreter bestimmen musste, schlug er den begabten Sänger Ivo Just zum Dirigenten vor. Bis 1922 war Just seinen Sangesbrüdern ein treuer, pflichtbewusster und fähiger Sangesleiter.
Das Jahr 1914 brachte dem Verein mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges eine schwere Einbuße. Viele Sangesfreunde mussten zum Kriegsdienst einrücken. 18 Sängerkameraden kehrten nicht mehr in die Heimat zurück. Vorstand und Vereinsleitung ließen sich aber nach dem großen Ringen nicht entmutigen und führten mit sicherer Hand das Steuer des Vereinschiffes. Durch die 1922 erfolgte Verpflichtung des guten Chorleiters, Hauptlehrer Max Martin, konnte der Verein sich mit neuem Mute seinen Aufgaben widmen. Von 1927 an führte der in Sängerkreisen bestens bekannte Hauptlehrer Matschinsky von Grötzingen den Liederkranz von Erfolg zu Erfolg. Als am 17. Juni 1928 bei einem Preissingen in Malsch bei Ettlingen gegen scharfe Konkurrenz als 1. Preis die Schubertkette und ein Dirigentenpreis mit nach Hause gebracht wurden, war der Jubel im ganzen Dorf groß.
Mit der Feier des 70jährigen Bestehens am 26. August 1928 war ein erneuter Höhepunkt in der Geschichte des Vereins erreicht worden. Die Anwesenheit von 11 Vereinen mit einer Musikkapelle aus Wiesental gaben dem Fest einen glanzvollen Rahmen.
Trotz der wirtschaftlichen Notlage um die Jahre 1931/ 32 wagte es der Verein dennoch auch sein 75jähriges Bestehen festlich zu begehen. 16 Vereine hatten ihre Zusage gegeben und die Aufzeichnungen der Vereinschronik sprechen von einer herrlich verlaufenen Fahnenweihe am 28. und 29.Juni 1931.
Im Jahre 1933 wurde der Liederkranz und sein Bruderverein Armin vor eine schwere Entscheidung gestellt. Die beiden Vereine sollten verschmolzen werden. Am 27. Juli 1933 entstand der neue Gesangsverein Frohsinn mit dem sehr bekannten Rudolf Moritz als Dirigenten. Als Gründungstag wurde der 10. August 1933 bestimmt, weil an diesem Tage die erste Gesangsprobe des neuen Vereins abgehalten wurde. Ab Januar 1935 stand Hauptlehrer Baudendistel wieder am Dirigentenpult. Wenig Zustimmung fand in der Sängerwelt der Beschluss des Badischen Sängerbundes, in Zukunft nur noch Kritiksingen abzuhalten. Auch im Frohsinn vertrat man die Meinung, dass dadurch dem Streben nach Vervollkommnung ein schlechter Dienst erwiesen werde.
An Gelegenheiten zum öffentlichen Auftreten fehlte es in den Jahren 1933 bis 1939 nicht. Bei einem Sängerfest am 3., 4.und 5. Juli 1937 konnten fünf Sänger mit der goldenen Sängernadel ausgezeichnet werden. Ivo Just, der allzeit verdiente Sänger, Dirigent und Vereinsführer, erhielt als Anerkennung eine Schubertplakette. Infolge seines hohen Alters konnte Ivo Just das Amt des 1.Vorsitzenden nicht mehr weiterführen. An seiner Stelle trat Alois Heilmann, der spätere Bürgermeister der Gemeinde. Mit Schwung und Tatkraft erledigte er die Vereinsgeschäfte.
Der 2. Weltkrieg hinterließ erneut schmerzliche Spuren in den Reihen des Frohsinns. Seine Auswirkungen bedürfen keiner besonderen Schilderung. Doch bereits am 22. Juli 1945 konnte eine Generalversammlung abgehalten werden und danach der Neuaufbau beginnen. Chorleiter Matschinsky nahm mit 70 Sängern die Proben wieder auf. Im Januar 1947 zwangen die schlechten Verkehrsverhältnisse den Dirigenten, sein Amt aufzugeben.
Am 6. Juli 1947 bewies ein Freundschaftssingen, dass der Verein mit der Wahl des Dirigenten, Hauptlehrer Kurt Pfenninger, einen guten Griff getan hatte. Dieser hervorragend begabte Musiker hat den Chor erfolgreich geführt.
Der altbewährte Sänger Leander Dammert löste den 1. Vorstand Alois Heilmann ab und verwaltete bis 1950 sein Amt mustergültig. Im Februar desselben Jahres vertraute sich der Verein der Führung des bisherigen 2. Vorsitzenden Heinrich Just an. Im war die verantwortungsvolle Aufgabe gestellt, das Fest des 90jährigen Vereinsbestehens durchzuführen. Auch diese Veranstaltung reihte sich glanzvoll an die früheren an. Beim Preissingen 1952 in Wiesental errang der Chor die beste Tagesleistung und den Dirigentenpreis.
Ab 1954 führte Herbert Heß den Verein. Ihm und seinen Mitstreitern ist der Auftrag zuteil geworden, das 100jährige Jubiläum zu einem Ereignis zu gestalten, das in der Erinnerung der Sänger, der Gäste und der Gemeinde unvergesslich bleiben wird. Das Jubelfest ist zu einem herausragenden Höhepunkt der Vereinsgeschichte geworden.
Im März 1965 übernahm Heinrich Heß die Vereinsführung. Seine erste größere Aufgabe war, das 120jährige Stiftungsfest mit Fahnenweihe durchzuführen. Dieses Fest, vom 10. bis 13. Juni 1966 wurde zu einer glänzenden Demonstration für den Chorgesang. Die Veranstaltung, an der 25 Männerchöre teilnahmen, war mit Punktwertungs-, Prädikat- und Freundschaftssingen verbunden. Der von der Vereinsführung bestens organisierte Festverlauf bestätigte die lange, erfolgreiche Vereinstradition und die Routine des Veranstalters.
In den folgenden Jahren konnte der Chor einige hervorragende musikalische Leistungen verbuchen. 1967 errang der Frohsinn beim Prädikatsingen in Wiesental die Tagesbestleistung. 1971 holte er in Stettfeld und in Odenheim beim Punktwertungssingen die Tagesbestleistung. Der Chor konnte 1972 beim Punktwertungssingen in Winden / Pfalz und in Wiesental jeweils die Tagesbestleistung mit nach Hause nehmen. Unter der Stabführung von Musikdirektor Krieger, der von 1960 bis 1974 Chorleiter war, hat der Frohsinn beachtliche Erfolge erzielt. Seit dem 1. September 1974 dirigiert Musikdirektor Gerhard Wind den Männerchor.
Vom 4. bis 8. Juni 1976 wurde anlässlich des 120jährigen Stiftungsfestes ein Sängerwettstreit durchgeführt, an dem sich viele befreundete Vereine beteiligten. Die Feierlichkeiten, an denen die Kronauer Bevölkerung aktiv teilgenommen hat, waren ein voller Erfolg. Beim Punktwertungssingen holte sich der Frohsinn Jockgrim / Pfalz den Goldpokal, den 1. Platz im Prädikatsingen belegte der Sängerbund Bad Mingolsheim.
Im Jahre 1977 erfolgte ein Wechsel in der Vereinsspitze. Willi Müller wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. In seiner Amtszeit konnte der Verein bedeutende Erfolge erringen. Bei verschiedenen Sängerwettstreiten belegte der Frohsinn hervorragende Platzierungen. 1978 errang er beim Prädikatsingen in Zeiskam / Pfalz den 1. Platz. Im gleichen Jahr konnte der Chor in Rauenberg und in Walldorf die Tagesbestleistung erzielen und die Goldpokale mit nach Hause nehmen. Im folgenden Jahr setzte der Frohsinn die Erfolgsserie fort. Im hessischen Rothenbergen erreichte der Verein den 1. Klassenpreis, den Klassenehrenpreis, den 1 höchsten Ehrenpreis, den Dirigentenpreis und somit die Tagesbestleistung. Beim Frohsinn Mannheim-Friedrichsfeld errang der Chor wiederum die Tagesbestleistung. Das Jahr 1980 bestätigte die erfolgreiche Arbeit des Vereins. In Weiskirchen / Hessen nahm der Frohsinn neben der Tagesbestleistung auch noch den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten mit nach Hause. Beim Prädikatsingen in Neupotz / Pfalz belegte der Chor abermals den 1. Platz. Im gleichen Jahr wurde der Frohsinn zu einem bedeutenden Chorkonzert nach Wirges bei Montabaur eingeladen. Zusammen mit drei weiteren, namhaften Vereinen wurde den Zuhörern anspruchsvolle Chormusik geboten.
Zu einem glanzvollen Ereignis wurde das 125jährige Vereinsjubiläum, das in der Zeit vom 26. bis 29. Juni 1981 unter Beteiligung von etwa 80 befreundeten Gesangsvereinen imposant gestaltet werden konnte. Nie zuvor hatte die Gemeinde so viele Sängerinnen und Sänger zu Gast. Überragende chorische Leistungen haben bleibende Erinnerungen hinterlassen.
Die beginnenden 80er Jahre läuten einen Trend ein, der bis heute noch nicht gebrochen scheint. Die Zahl derer, die sich aktiv am Chorleben engagieren wollen, geht ständig zurück. Hiervon sind im Besonderen die Männerchöre betroffen. Davon war auch der Jubelverein nicht verschont geblieben. Wenngleich der Frohsinn Kronau heute mit seinen 65 Sängern sicher noch zu den größeren Männerchören zählt, so darf man dabei nicht vergessen, dass vor nicht allzu langer Zeit weit über 100 Aktive dem Verein angehörten. Trotz alledem ist es gelungen, das unter der Leitung von Musikdirektor Gerhard Wind erreichte Leistungsniveau nicht nur zu halten, sondern mit viel Fleiß und Zielstrebigkeit weiter auszubauen. Bedeutende Erfolge sprechen für sich. 1981 sicherte man sich beim Prädikatsingen in Sandhausen mit dem 1. Preis den Goldpokal. Im hessischen Somborn belegte der Chor mit 1 Punkt Rückstand den 2. Platz hinter der Cäcilia aus Lindenholzhausen. Ein beeindruckendes Konzert in der Pfarrkirche im Jahre 1981 zeugte auch vor heimischem Publikum von hoher Sangeskunst.
In den Folgejahren schlossen sich weitere Tagesbestleistungen an. In Buchklingen wurden gar 2 Goldpokale ersungen. 1983 errang der Jubelchor in Philippsburg und Rettigheim jeweils die 1. Preise.
Zum Ende des Jahres übernahm Toni Heß als Nachfolger seines Vaters Heinrich Heß, der vorübergehend nochmals den Vorsitz angenommen hatte, das wichtige Amt des 1. Vorsitzenden. In seiner Ära wurde die Unterstellhalle auf dem vereinseigenen Festgelände an der Hauptallee errichtet, die auch für kleinere Feste genutzt werden kann. Alte Traditionen wurden fortgesetzt, wie zum Beispiel das weihnachtliche Musizieren an Heiligabend auf dem Friedhof, und neue Aktivitäten entwickelt. Dazu gehört zweifellos auch die regelmäßige Teilnahme an den Kronauer Faschingsumzügen. Sei es nun als „Die lustigen Weiber von Weinsberg“, „Die Großkopfeten“ oder „Der Auszug aus dem Sängerlokal“, stets war man mit guten Ideen, aber auch sehenswerter Kostümierung mit von der Partie. Und wo Geselligkeit gepflegt wird, da stimmen auch die Leistungen. Im hessischen Saulheim wurde dem Frohsinn Kronau mit einem überragenden Vortrag der Tagessieg zuerkannt. Nicht weniger als 94 Vereine wirkten mit und alle sprachen mit Respekt und Hochachtung von den Darbietungen der Kronauer Sänger. Der Meisterpreis aus Saulheim gilt auch noch heute als eine besondere Auszeichnung, auf dem nach Angaben der Veranstalter damals größten Sängerfest aller Zeiten. Der Komponist Arnold Kempkens selbst hat Sängern und Dirigent persönlich zum Erfolg gratuliert.
Stets große Beachtung fanden die weltlichen wie geistlichen Konzerte, so auch das zusammen mit dem Gastchor Frohsinn Wirges (Westerwald) im Jahre 1984 ausgerichtete Kirchenkonzert aus Anlass der 10jährigen Dirigententätigkeit von Gerhard Wind in Kronau.
1986 wurde die Erfolgsserie mit der Tagesbestleistung in Malsch fortgesetzt. Mit 289 von 290 möglichen Punkten und einem Vorsprung von 7 Zählern vor dem Nächstplazierten hat der Frohsinn einmal mehr seine Sonderstellung deutlich gemacht. Im selben Jahr konnte Gerhard Wind sein 40jähriges Dirigentenjubiläum feiern, zusammen mit dem 130jährigen bestehen des Männergesangsvereins Frohsinn ein schöner Anlass für eine konzertante Veranstaltung in der Mehrzweckhalle. Das zahlreiche Publikum erlebte einen gut aufgelegten Chor, dessen bemerkenswerte Leistungen durch die Mitwirkung der Folkloregruppe „Ohrwurm“ in idealer Weise abgerundet wurden. Das einige Wochen später aufgeführte Gemeinschaftskonzert aller Wind’schen Chöre war eine Ausnahmeveranstalltung mit einem brillant vorbereiteten, außergewöhnlichen Programm, das in Laudenbach / Bergstraße 1000 Sänger aus 11 Männerchören zusammenführte.
In Beerfelden und Edingen war der Jubelverein im Jahre 1987 erfolgreich. Aus beiden Gesangswettbewerben ging der Frohsinn Kronau als Tagesbester hervor. Goldpokale waren der Lohn für die Leistung. Weitere Leistungsbeweise folgten im Jahre 1988. Tagessiege in Kirrlach und Neudorf bestätigten die gute Arbeit von Dirigent Gerhard Wind und den Sängern aus Kronau. Bei all den intensiven Vorbereitungen auf die Wettbewerbe und den sehr zahlreichen weiteren Verpflichtungen ist das Feiern und geselliges Beisammensein bislang nie zu kurz gekommen. Erlebnisreiche Veranstaltungen, Mehrtagesausflüge und nicht zuletzt die Anerkennung der gesanglichen Leistungen haben immer wieder dazu beigetragen, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die gute Kameradschaft zu pflegen und auszubauen.
Neuland betrat der Verein, als er im Dezember 1988 erstmals ein Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche aufführte. Doch der Erfolg gab denen Recht, die sich für eine derartige Veranstaltung ausgesprochen hatten. Sehr zur Freude der Ausführenden war das Gotteshaus gut besucht, und die zahlreichen Zuhörer waren mit ihrem Frohsinn wieder einmal sehr zufrieden.
Ein besonderes Ereignis für die Gemeinde Kronau verpflichtete auch die Sänger vom Jubelchor zu außergewöhnlichen Aufgaben. Die 700-Jahr-Feier im Jahre 1989 ermöglichte es, dass der MGV Frohsinn und die Chorgemeinschaft Armin erstmals ein Gemeinschaftskonzert durchführten. Daneben wirkte der Verein beim historischen Festumzug sowie beim Festbankett mit. Dabei blieb aber auch noch genügend Zeit, um sich sorgfältig auf das Wertungssingen in St. Leon vorzubereiten. Dort wurde mit einem überzeugenden Vortrag erneut der Tagessieg errungen. Im Jahr 1990 waren Tagesbestleistungen in Gorxheim und Spöck Ausdruck des hervorragenden Leistungsvermögens.
Das Jahr 1991 brachte für den Frohsinn Kronau einen weiteren Meilenstein in der langen Vereinsgeschichte. Das 135jährige Bestehen konnte gefeiert werden. Beim Delegiertentag meldeten sich 102 Vereine mit 5.000 Sängerinnen und Sängern an und belegten damit das hohe Ansehen und die Beliebtheit des Jubilars. Dieses Sängerfest wurde erneut zu einer herausragenden Demonstration für den Chorgesang aller Gattungen und war eines der größten Chortreffen, so der Chronist. Die Organisation lag in den Händen des 1. Vorsitzenden Toni Heß, der mit seiner Mannschaft hervorragende Arbeit leistete. Der Männerchor war aber auch selbst unterwegs und erreichte beim Volkliederwettbewerb in Eppelheim erneut eine Tagesbestleistung. Mit einem Konzert in der Pfarrkirche St. Laurentius wurde ein besonderes Jubiläum abgeschlossen.
Im Jahr 1992 konnten die großen Erfolge fortgesetzt werden. Beim Volksliederwertungssingen in Bad Schönborn-Mingolsheim sowie beim Prädikatsingen in Edingen wurde jeweils die Tagesbestleistung ersungen. Prächtige Goldtrophäen waren das äußere Zeichen für die besonderen Platzierungen. Der herausragende Wettbewerb des Jahres fand für die Frohsinn-Sänger jedoch in Elz (Hessen) statt. Auch dort erreichte der Frohsinn Kronau die Tagesbestleistung. Mit zwei prächtigen Goldpokalen konnten die Sänger im Jahre 1993 die Heimreise von Sulzbach im Odenwald antreten. Dort wurden beim Punktwertungssingen alle ausgesetzten Preise abgeräumt.
Das Jahr 1994 brachte einen Wechsel in der Vereinsführung. Jürgen Just wurde in das Amt des 1. Vorsitzenden gewählt. In seiner Amtszeit konnten die Erfolge fortgesetzt werden. So erreichten die Sänger unter der Leitung von Gerhard Wind in Büchenau und St. Leon bei den Volksliederwettbewerben erneut die Tagessiege. Ein weiteres, wichtiges Datum bereicherte das Vereinsleben in diesem Jahr. Gerhard Wind konnte beim Frohsinn Kronau auf eine zwanzigjährige Dirigententätigkeit zurückblicken und wurde dafür im Rahmen eines Konzerts in der Mehrzweckhalle geehrt. Der Verein ernannte ihn zum Ehrendirigenten, gleichzeitig konnte sich der brillante Chorleiter im „Goldenen Buch“ der Gemeinde Kronau verewigen.
Im Jahr 1996 gab es im Verein einschneidende Veränderungen. Zum einen wurden in der „Alten Schule“ neue Räume bezogen, die dem Frohsinn sowohl günstige Probemöglichkeiten, wie auch einen eigenen Vereinsraum ermöglichten. Zum anderen konnte im Frühjahr ein eigener Frauenchor gegründet werden, damals unter der Leitung von Edwin Knaus. Und das alles im Jahr des 140jährigen Bestehens, das mit einem Ehrungsabend, einem Festbankett und einem Konzertsingen unter Beteiligung von 32 Gastvereinen in der Mehrzeckhalle gebührend begangen wurde. Gleichzeitig trat auch der Frauenchor des Frohsinn Kronau erstmals in der Öffentlichkeit auf. Ein Adventskonzert in der Pfarrkirche schloss die Feiern zum 140jährigen Geburtstagsfest ab.
Das Jahr 1997 begann mit einem Konzert der Chorgemeinschaft Wind in Leutershausen, das zu Ehren der 50jährigen Dirigententätigkeit von Gerhard Wind veranstaltet und vom Jubilar selbst geleitet wurde. Beim Volkslieder-Punktwertungssingen in Winden/Pfalz errang der Männerchor erneut eine Tagesbestleistung und ein Golddiplom für die dargebotenen Leistungen. Mit dem Tagessieg beim Wertungssingen in Handschuhsheim setzte der Frohsinn Kronau seine Reihe der Erfolgsmeldungen fort. Auch hier warteten 2 prächtige Goldpokale auf die Sänger aus Kronau. Einen erneuten Tagessieg konnte der Männerchor beim Prädikatsingen in Eiterbach/Odenwald im Jahre 1998 vermelden, wie auch beim Wertungssingen in Östringen, wo man sich gegen die Sänger vom Frohsinn Kirrlach knapp behaupten konnte. Gelungene Auftritte folgten beim 100jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Kronau, die sowohl vom Männer- wie auch vom Frauenchor gestaltet wurden.
Dass der Jubelverein heute allseits hohes Ansehen genießt und überall willkommen ist, verdankt er in besonderem Maße seinem Dirigenten, Musikdirektor Gerhard Wind. Dafür sei ihm an dieser Stelle herzlich gedankt. Möge uns der Chorgesang noch viele Jahre Kraft und Freude schenken, zum Wohle des Männergesangsvereins Frohsinn, zum Wohle der Menschen.
Emil Zimmermann